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09.02.2017 15:59 Alter: 2 yrs

20. Spieltag der Fußball-Bundesliga, SC Freiburg gegen 1. FC Köln

Sonntag, 12. Februar 2017, 17.30 Uhr * Schwarzwald-Stadion, Freiburg * SC Freiburg - 1. FC Köln


Das Vorspiel

Die Woche begann ein bisschen stressig.  Montagvormittag, wenn ich normaler Weise meine SC-Kolumne schreibe und ein paar Dinge für die Zeitungsproduktion richte, die meistens nach der Mittagspause so richtig beginnt, weil dann die Seiten da sind und gefüllt werden wollen, war ich stattdessen beim Bilanz-Pressegespräch der Sparkasse Markgräflerland in Efringen-Kirchen, dem sich ein Mittagessen mit den Spitzen des Geldinstituts und anderen Kollegen aus der Medienlandschaft anschloss. Als ich am Nachmittag wieder in den WZO-Verlag kam, war dann Eile geboten. Dass es da nebenbei auch noch einen Beitrag für den Business-Newsletter für die Sponsoren des SC Freiburg zu schreiben galt, habe ich da glatt verschwitzt. Am Dienstag bin ich immer den ganzen Tag mit der Komplettierung und der Abnahme der elf verschiedenen Lokalausgaben von ReblandKurier und Wochenblatt beschäftigt, sodass ich gar nicht erst auf den Gedanken komme, dienstags einen SC-Beitrag für den Newsletter zu verfassen – mir fehlt dienstags einfach die Zeit und die Muße dafür - und am Mittwoch fragte dann ein Mitarbeiter von Infront, das ist der Vermarktungspartner des SC, der den Newsletter koordiniert, freundlich per E-Mail an, ob ich denn bis Donnerstag, 10 Uhr, meinen Text liefern könnte.

„Ach ja, der SC hat ja ein Heimspiel“, schoss es mir dann erst durch den Kopf. Irgendwie war ich durch den Wind… Ich schrieb zurück, dass ich mittwochs ja nie im Büro sei, den Beitrag in jedem Fall aber im Laufe des Donnerstagvormittags schicken würde.

Durch eine Computerumstellung im Verlag war dann zwar auch am heutigen Donnerstagmorgen einiges los, ich kam aber schließlich doch dazu, mir einige Gedanken zum Heimspiel unseres SC Freiburg  gegen den 1.FC Köln zu machen und diese geschwind zu Papier zu bringen – also virtuell im Computer, versteht sich.

 

Hier mein Text:

Die Erinnerung an die Abstiegssaison 14/15 wird geprägt von den sechs Spielen, in denen der Sportclub sicher geglaubte Siege durch Last-Minute-Gegentore „verdaddelte“ und auf diese Weise zwölf Punkte verlor. Woran wird man sich in zwei, drei Jahren erinnern, wenn man an die Saison 16/17 denkt? Vielleicht an eine herausragende Saison - das ist gut möglich. Der Sportclub ist Achter und verblüfft Fachwelt und Laien gleichermaßen.

Es könnte aber auch sein, dass man sich an eine Saison 16/17 erinnert, in der der SC Freiburg viele Spiele verloren hat, obwohl er den Sieg eigentlich eher verdient gehabt hätte als der Gegner. Schon jetzt, nach 19 von 34 Spieltagen fallen mir aus dem Stehgreif die Partien in Köln, Mönchengladbach und das Heimspiel gegen Bayern ein. Wie viele solcher Spiele und Ergebnisse kannst du dir als Aufsteiger erlauben, ohne doch noch in Abstiegsgefahr zu geraten?

Solche Fragen schießen mir durch den Kopf. Und dann denke ich zuweilen, dass es doch letztlich egal ist, wie du deine Spiele verlierst, sofern du nur ausreichend viele andere Spiele gewinnst. Das war bisher der Fall. Spiele gewinnen – womit wir beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln sind.

Mit den Geißböcken, die ähnlich wie unser SC für ihre Verhältnisse eine ausgesprochen gute Saison spielen, trifft sich der SC ungefähr auf Augenhöhe. Köln ist derzeit als Siebenter Tabellennachbar von Freiburg. Im Hinspiel hat man gesehen, dass der SC sich vor den Mannen von Sportdirektor Jörg Schmadtke, einem alten Bekannten in Freiburg, und Ösi-Trainer Peter Stöger nicht verstecken muss - damals waren es lediglich grobe Ausnahmefehler des inzwischen stabilisierten Caglar Söyüncü, die in Köln zu dem skurrilen Ergebnis von 3:0 für den FC geführt hatten. Freiburg war im Hinspiel die bessere Mannschaft. Keine Frage, ich traue dem SC einen Sieg gegen die Kölner zu. Auch weil der FC zuletzt – von einer Ausnahme abgesehen - auswärts nicht wirklich geglänzt hat. Nimmt man den 1:6-Sieg in Darmstadt als Ausnahme von der Regel raus, bleiben eine 0:4-Schlappe in Hoffenheim, ein 1:1 in Bremen, ein 0:0 in Mainz und Mitte der Woche, im DFB-Pokal, eine 0:2-Schlappe beim Hamburger SV.

Doch, doch, da könnte etwas gehen für den SC – da müsste sogar etwas gehen, damit sich die trotz überlegenen Spiels verlorenen Partien nicht doch noch irgendwann bitter rächen. Übrigens: 12 Punkte braucht der SC Freiburg noch bis zum mutmaßlich sicheren Klassenerhalt.

Beim 0:3 in Mönchengladbach ist der SC am Ende daran gescheitert, dass er die eigenen hervorragenden Tormöglichkeiten, insbesondere in der eigenen Drangperiode zwischen der 50. Und 60. Minute, als Gladbach bedenklich wackelte, nicht genutzt hat.

Dieses Manko an Effizienz kennt man vom Sportclub in den Heimspielen dieser Saison bislang nicht. Mit den eigenen Fans im Rücken ist im Abschluss vielleicht wirklich mehr Entschlossenheit, mehr Mut und mehr Selbstvertrauen mit auf dem Platz. Für das Heimspiel am Sonntagabend gegen den 1. FC Köln wäre das hilfreich. Auch mit Blick auf eine breite Brust im dann folgenden Auswärtsspiel in Hamburg, das ganz sicher zu einem Kampf auf Biegen und Brechen wird.

Glück auf, Sportclub! (Zitatende)

 

Mit anderen Worten: Ein Dreier täte gut. Hoffentlich gelingt die Vorbereitung und der SC bleibt von der Grippewelle verschont, die gerade halb Südbaden ans Bett bindet...

Von acht Mitarbeitern unseres WZO-Büros in Lörrach ist gerade noch einer im Dienst – alle anderen liegen flach, auch „meine“ Lörrach-Redakteurin. Bei baden.fm sieht es ähnlich aus. Heute rief der Programmchef an und bat mich, morgen mit einem Video-Kameramann im Schlepptau die Spielerinterviews zu produzieren, das heißt also die Jungs vom Sport-Club, mit Kamera und Mikrofon bewaffnet, um ihre Einschätzungen vor dem Kick gegen Köln zu fragen. Das mache ich am Rande der turnusmäßigen PK natürlich gerne. Man hilft ja, wo man kann.

Da meine Familie auch schon mit Grippe flach gelegen ist und bislang nur ich davor hergekommen bin, lasse ich mir – spät aber besser als nie – heute Abend noch eine Grippeimpfung verpassen. Ich habe im Radio gehört, dass das sinnvoll sei, zumal die ganz große Grippewelle noch vor uns läge. Ich hoffe, ich bleibe verschont – und die Jungs vom SC natürlich auch.

Heute also Impfung, morgen dann PK und Spielerinterviews. Danach sollte ich für meinen Einsatz am Sonntag bestens präpariert sein.

Zuvor, am Samstagnachmittag, bin ich Hallensprecher in der Sporthalle der Markgrafenschule in Weil am Rhein. Da findet am Wochenende der Mc Donald’s Fußballcup statt, ein Turnier – U10 am Samstag und U12 am Sonntag – das seines Gleichen sucht und wahrscheinlich nicht finden würde: Da treffen doch tatsächlich Mannschaften wie FC Barcelona, FC Chelsea, Juventus Turin und Paris Saint Germain aufeinander – dazu der Nachwuchs von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim, aber auch Teams aus der Regio:  FC Basel, FC Sochaux-Montbéliard, SC Freiburg, logisch, FV Lörrach-Brombach, SV Weil und einige mehr. Ab den Halbfinalspielen übernehme ich – wie schon im letzten Jahr bei der U12 – diesmal bei der U10 das Mikrofon in der jetzt schon quasi ausverkauften Halle. Das ist aufgrund der Namen, der Trikots und der vielen internationalen Gäste – auch auf den Tribünen – und natürlich auch wegen der Leistungen der kleinen Toptalente, immer ganz großes Kino , was da in Weil am Rhein geboten ist.

Beim Finale des U12-Turniers kann ich diesmal nicht den Sprecher geben, denn dann ist es später Sonntagnachmittag und ein gewisser SC Freiburg kickt in der Bundesliga gegen Köln. Da werde ich dann mein 856. SC-Spiel in Serie im Radio übertragen; mit der Gewissheit, dass ein Sieg ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt wäre.

Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das eine Woche später in Hamburg wäre, würde Freiburg gegen Köln verlieren… Die HSVer haben ja gerade in jedem Spiel ein Messer zwischen den Zähnen und fighten ohne Ende, um endlich das Looserimage abzulegen und der akuten Abstiegsgefahr zu entgehen. Da brauchst du ruhiges Blut und eine breite Brust im Volksparkstadion, um nicht überrollt zu werden. Selbstbewußtsein und eine ideale Ausgangsposition holt sich der SCF am besten durch einen überzeugenden Heimsieg gegen den 1. FC Köln. Wenn der gelingt, wäre ich auch sehr optimistisch für das Spiel in Hamburg. Geht es aber schief gegen die Geißböcke, kann es sein, du wirst in Hamburg weggerammt… und dann kommt Borussia Dortmund nach Freiburg. Insofern betrachte ich Köln als richtungsweisend für unseren SC und drücke ganz fest die Daumen.

 

Ich übertrage das Spiel SC Freiburg gegen 1. FC Köln am Sonntag ab 17 Uhr live bei baden.fm.

 

Das Fußballspiel (Mein 856. SC-Livespiel)

 

Man, war das wichtig! Ich hatte mir tagelang im Geiste ausgemalt, was passieren könnte, wenn das Spiel gegen Köln verloren ginge – mut- und wahrscheinlich chancenlos gegen die plötzlich aus dem Tiefschlaf erwachenden Hamburger im Hexenkessel Volksparkstadion, das nach den drei Siegen in Folge und vor allem nach dem verblüffenden 3:0-Sieg beim Tabellenzweiten in Leipzig am Samstag aus den Nähten platzen wird und danach gegen Dortmund… eventuell die vierte Niederlage am Stück und schon hätte der SC tief drin gesteckt, im Abstiegskampf. Das alles konnte der Sportclub gegen Köln freilich verhindern – und das hat er geschafft.

Anfangs war es gegen Köln im ausverkauften Schwarzwald-Stadion ein Spiel zwischen den Strafräumen ohne nennenswerte Torgelegenheiten. Ein erster Aufschrei ging durch die Kulisse als der  „Kölsche Jong“  im Team der Freiburger, Lukas Kübler, in der 19. Minute flankte und Marc Torrejon mit seinem Kopfball den Pfosten des FC-Tores traf. In der 32. Minute dribbelte sich der wendige Vincenzo Grifo in den FC-Strafraum und zog aus 14 Metern ab. Sein Schuss wurde noch von einem Abwehrbein abgefälscht und  landete so – unhaltbar für Köln-Keeper Kessler, als Bogenlampe an der Lattenunterkante, von wo der Ball klar hinter die Linie, danach allerdings wieder aus dem Tor heraus, sprang. Florian Niederlechner köpfte zur Sicherheit noch einmal  nach – ansonsten hätte das berühmte Hawk-Eye, das ja seit dieser Saison in der Bundesliga im Einsatz ist, für Aufklärung gesorgt – Schon der Schuss von Vince war drin und somit wird der Deutsch-Italiener auch offiziell als Torschütze geführt.

Die Freude über die verdiente Führung währte allerdings nicht lange, denn als Bittencourt sieben Minuten nach der SC-Führung Schwolow prüfte, nutzte der französische FC-Torjäger Modeste den Abpraller zum 1:1-Pausenstand.

In der zweiten Hälfte war dann zunächst der 1. FC Köln am Drücker. Eine Glanztat von Alexander Schwolow im Duell eins gegen eins gegen Modeste verhinderte in der 50. Minute die mögliche Kölner Führung, wobei die Abseitsstellung des Kölner Goalgetters sowohl Schiedsrichter Hartmann als auch seinem zuständigen Assistenten und auch mir, dem Live-Kommentator, entgangen war. Erst die Fernsehbilder klärten Auf. Antony Modeste stand klar im Abseits…

Trainer Christian Streich reagierte auf die ungünstige Spielentwicklung und brachte wenige Minuten später für den müde gelaufenen Florian Niederlechner, der zudem den Ball zweimal mit „Schmackes“ in die Familienplanung bekommen hatte, Joker-König Nils Petersen. Als Abnehmer hoher Anspiele und Gefahrenherd im und am Strafraum war Nils genau der richtige SC-Kicker, um den Sportclub wieder auf Augenhöhe mit Köln zu bringen und mit zunehmender Spielzeit auch eine spürbare  Dominanz zu entwickeln, die sich vor allem in einer Eckballserie und mehreren Freistößen aus dem Halbfeld zum Ausdruck brachte. Einer dieser Freistöße, in der 77. Minute, wurde von Vincenzo Grifo so gefährlich auf das Kölner Tor gezirkelt, dass Torwart Kessler sich zu einer Parade genötigt sah. Vor meiner Sprecherkabine sprangen alle Zuschauer auf, sodass ich nur einen eingeschränkten Blick auf das Geschehen hatte und zunächst dachte, der Ball sei gegen den Pfosten geprallt – in jedem Fall landete die Kugel danach im Tor, weil Maximilian Philipp beim Freistoß auf einen Abpraller spekuliert hatte, wie er mir später im Interview verriet, und zur Stelle war. Tooooooooor für den Sportclub! 2:1 – der Sieg war jetzt greifbar nahe. Und im Verbund kämpfend brachten die Jungs das knappe Ergebnis  über die Zeit und gewannen nicht unverdient gegen den 1. FC Köln, der im eigenen Siegesfall auf Platz drei geklettert wäre. So blieb Köln Siebter und der SC rutschte mit den drei Punkten aus dem letzten Spiel des Spieltags wieder heran auf Platz acht – mit nunmehr 13 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Man, war das wichtig!

 

 

Das Nachspiel

Die Situation beim Siegestor war auch in der baden.fm-Bundesligashow ziemlich furios. Nachrichten und Wetterbericht waren gerade vorbei, als mich Moderator Robert Wolf für eine Kurzeinblendung anmoderierte. In seine letzten zwei Worte hinein fiel das Tor, sodass ich mit einem Torschrei loslegte, der es in sich hatte. Wegen der Zuschauer vor meiner Hörfunkkabine, die bei Grifos Freistoß alle aufgesprungen waren, war ich aber nicht wirklich sicher, war der Grifo-Freistoß vom Pfostenzurückgeprallt oder hatte der Torwart abgewehrt? Hatte Nils Petersen, dem unten auf dem Platz in dem Moment gerade gratuliert wurde, oder hatte Maximilian Philipp abgestaubt? Während ich also am Mikrofon jubelte, schaute ich gespannt auf die Wiederholung auf der Videowand und erkannte schnell „Milli“ Philipp als Torschützen, was ich dann auch verkündete – ich war aber nach wie vor überzeugt, dass der Ball an den Pfosten geklatscht war. Aufklärung bekam ich diesbezüglich erst später in der Mixedzone beim Betrachten der dritten Zeitlupe und Perspektive – Kessler hatte kurz vor dem Pfosten abgewehrt. Zu dem Zeitpunkt war meine stimmungsvolle Zusammenfassung für die Morgenshow am heutigen Montag aber schon aufgezeichnet – und da erwähnte ich den Pfostenschuss – aber sei es drum. Mein Ärger hielt sich in Grenzen. Zu wichtig waren diese drei Punkte…

Lukas Kübler und Maximilian Philipp waren verständlicher Weise auch bestens aufgelegt bei unseren Audiointerviews, die schnell im Kasten waren. In der Pressekonferenz lief auch alles locker von der Hand – alles gut.

Heute Morgen habe ich dann schon mal die Bahnreise zum letzten Saisonspiel in München gebucht – ausnahmsweise erster Klasse (tolles Angebot vom Freiburger Reisebüro Gleisnost) – weil unser SC Freiburg schließlich auch erstklassig bleibt.  Daran besteht für mich seit gestern kein Zweifel mehr. Deshalb fahre ich auch von Freitag bis Sonntag nach München, um den Saisonabschluss am 19./20./21. Mai angemessen zu feiern.

Redaktionell ging es heute Morgen mit meiner Zeitungskolumne „SC INTEAM“ weiter, die Mitte der Woche in den WZO-Blättern erscheinen wird. Hier schon mal, exklusiv für die Tagebuchleser, mein Text.

 

SC INTEAM

Beim 2:1 gegen den 1.FC Köln  hat der SC Freiburg   durch eine starke Mannschaftsleistung in einem guten Bundesligaspiel  einmal mehr seine Existenzberechtigung in der deutschen Fußball-Adelsklasse unterstrichen. Mit 29 Punkten biegt der Sportclub zudem schon Mitte Februar auf die Zielgerade Richtung frühzeitiger Klassenerhalt ein. Drei Siege fehlen nach menschlichem Ermessen noch, um auf der sicheren Seite zu sein und – dann womöglich – neue Ziele ins Auge  fassen zu können. Die „breite Brust“, die der verdiente Erfolg gegen starke Kölner mit sich bringt, dürfte am kommenden Samstag im Hexenkessel Volksparkstadion hilfreich sein. Mit dem 1:0 gegen Leverkusen, dem 2:0 im Pokal gegen Köln und dem 3:0-Erfolg in Leipzig hat der Hamburger SV just zum Spiel gegen den SC Freiburg neue Euphorie geschürt und sich in einen „Lauf“ gespielt, wie die Fußballer sagen. Vor wenigen  Wochen noch verspottet und bundesweit als Abstiegskandidat gehandelt, tragen die Millioneninvestitionen eines Mäzens nun doch noch Früchte und der HSV gilt in der Bundesliga plötzlich als „Mannschaft der Stunde“. Kann ausgerechnet der Sportclub die neue hanseatische Erfolgswelle brechen? Die  in allen vier Spielen des Jahres 2017 demonstrierte Stabilität und gute Organisation auf dem Platz lässt darauf hoffen.

Vielen SClern im Kader, auf der Bank und auf den Tribünen liegt das letzte Gastspiel beim HSV noch schwer im Magen. Am 8. Mai 2015, es war der drittletzte Spieltag, führte der Sportclub im Abstiegskrimi verdient mit 1:0 in Hamburg. In der 90. Minute glich der HSV durch ein  irreguläres Tor, das aber Anerkennung fand,  zum 1:1 aus. In der Nachspielzeit verweigerte Schiedsrichter Knut Kircher den Freiburgern einen klaren Elfmeter. So kam es zur ungerechten Punkteteilung. Zwei Wochen später stieg der SC denkbar knapp ab und der HSV rettete sich in die Relegation, die er gegen den Karlsruher SC ebenso glücklich überstand, wie er der möglichen und verdienten Niederlage gegen Freiburg entkommen war. So wie der SC-Sieg gegen den 1. FC Köln ein Schlüsselspiel auf dem Weg zum sicheren Klassenerhalt in der laufenden Saison war, muss das 1:1 vom 8. Mai 2015 in Hamburg rückblickend als das Schlüsselspiel auf dem Weg zum Abstieg betrachtet werden. Wobei ein 1:1 in Hamburg ja eigentlich ein gutes Ergebnis ist oder wäre  – zum Beispiel am nächsten Samstag …  (Zitatende)

 

Ansonsten blicke ich nun auf ein erfülltes Wochenende zurück: Am Samstag haben mich die U10-Kicker beim Mc Donald’s Fußballcup in Weil am Rhein sehr beeindruckt. Es ist wie bei den Erwachsenen: Vor allem im Tempo und in der (positiven und erlaubten) Aggressivität im Zweikampf unterschieden sich die besten der Altersklasse von den Normalos aus Weil, Lörrach oder Basel. Der bärenstarke FC Barcelona siegte im Finale gegen Juventus Turin – es war zum Zunge schnalzen. Als Hallensprecher hatte ich einen riesen Spaß.

Sonntagmorgen habe ich mich dann meinem Fitnesstraining und meinem großen Ziel, ein Jahr lang im Schnitt jede Woche ein Kilo weniger auf die Waage zu bringen, gewidmet. Da das Laufen, wenn es denn jetzt so zwischen 50 und 60 Minuten geht, auf dem Laufband etwas fad wird, haben meine Trainerin Daniela und ich entschieden, den Kraftzirkel in der Mitte einzubauen und nicht mehr vor oder nach dem Laufen, wie zuvor. So bin ich am Sonntag aufs Laufband, habe so etwa 2,6 km abgespult, dann 20 Minuten Krafttraining im Milonzirkel und dann noch einmal 2,6 km rennen. Hinterher konnte man mich auswringen, aber dafür macht man das ja.  Heute Morgen hatte ich dann mächtig Spaß, als ich meine Jeansjacke vom letzten Jahr anziehen wollte und feststellen musste, dass das einfach nicht mehr geht, weil die jetzt schlicht deutlich zu groß ist und wie ein Sack an mir herunterhängt. Ein gutes Gefühl, kann ich Euch sagen…

So, Kinder, am Freitag geht’s im Flieger nach Hamburg – vorher melde ich mich mit dem Vorspiel zum HSV-Tagebuch.

 

Ciao ciao!

p.s.: Über Arminia habe ich mich diese Woche mal ausgeschwiegen. Aber nächste Woche ist "Überlebenskampf" gegen die SC-Filiale FC St.Pauli. Ich glaube, da  fällt mir dann wieder etwas ein...