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28.03.2017 11:10 Alter: 2 yrs

26. Spieltag der Fußball-Bundesliga, SC Freiburg gegen SV Werder Bremen

Samstag, 1. April 2017, 15.30 Uhr * Schwarzwald-Stadion, Freiburg * SC Freiburg - SV Werder Bremen *


Das Vorspiel

Ich gebe zu, ich habe gewisse Erlebnisse, die ich mit dem SC Freiburg und Werder Bremen hatte, total verdrängt… Die total misslungene Saison 2004/2005 etwa, in der unser Sport-Club vom 11. Spieltag an permanent auf einem Abstiegsplatz stand und zudem ab dem 24. Spieltag konsequent als Schlusslicht… In diesem furchtbar misslungenen Jahr verlor der SC im Dezember 2004 das Heimspiel gegen Werder Bremen mit 0:6 (0:1 Klose (20.), 0:2 Klose (24.), 0:3 Caristeas (30.), 0:4 Caristeas (58.), 0:5 Micoud (63.), 0:6 Charisteas (88.)).

Eine Eintagsfliege?

Leider nein… Nach vier Jahren in der zweiten Liga durfte Freiburg in der Saison 2009/2010 wieder mitspielen bei den Großen und vermeintlich Großen und kickte auch wieder gegen Werder Bremen. Genauer gesagt am 21. November 2009. Endstand – kaum zu glauben: 0:6 (0:1 Hugo Almeida (33.) 0:2 Marin (54.), 0:3 Hugo Almeida (57.), 0:4 Özil (67.), 0:5 Naldo (73.), 0:6 Rosenberg (82.)).

Werder entwickelte sich damals zu einem wahren Angstgegner unseres SC. Beginnend mit dem 0:6 aus der Abstiegssaison 2004/2005 verlor der Sport-Club acht von neun Begegnungen mit Bremen. Ein 2:2 am 5. Februar 2012 – Christian Streich hatte beim Sport-Club gerade das Kommando übernommen – war der Silberstreif am Horizont. Unter Cheftrainer Streich wandelte sich das Verhältnis zwischen dem SC und Werder dann tatsächlich. Aus dem Angstgegner wurde ein normaler Rivale. Dem 2:2 von 2012 (Pizarro (29.), Makiadi (32.), Pizarro (47.) und Schmid (70.) folgte im September 2012 zwar noch einmal eine 1:2-Heimniederlage (Schmid (36.), Akpala (48.), Hunt (59.)) aber es gab auch Freiburger Siege gegen die Hanseaten zu feiern: Im Februar 2013 gewann der SC mit 2:3 in Bremen. Beide Treffer für Werder schoss ein gewisser Nils Petersen (39. Und 65.)… Die Tore von Kruse (36.), Caligiuri (54.) und Ginter (71.) ließen aber den SC im Weserstadion jubeln. In der Folgesaison (2013/2014) blieb der SC Freiburg erstmals in einer Bundesligasaison gegen Werder Bremen ungeschlagen:  Dem torlosen Remis aus dem Oktober 2013 in Bremen folgte im Rückspiel, am 21. März 2014, ein runder 3:1-Heimerfolg. Die den Sieg bringenden Tore gelangen Schuster (15.), Klaus (53.) und Mehmedi (59.) – für den Gegentreffer sorgte einmal mehr ein gewisser Nils P. (70.). Die Zeit des Angstgegners Bremen war endgültig vorüber. Die Spiele waren jetzt meistens offen und eng. In der Saison 2014/2015 gelang am 4. Oktober 2014 beim 1:1 (0:1 Darida (8.), 1:1 Franco Di Santo (31.)) erneut ein Punktgewinn im Weserstadion, doch im Rückspiel am 7. März 2015 unterlief dem SC beim 0:1 (0:1 Franco Di Santo (36.)) eine dieser zahllosen knappen Niederlagen, die am Ende der Saison den Abstieg brachten. In meinem Reportertagebuch schrieb ich damals: „Das 0:1 gegen Werder Bremen habe ich als ziemlichen Tiefpunkt erlebt. Nicht, was die Leistung der Mannschaft betrifft, sondern den Gegensatz von Erwartung und Ergebnis. Es war wieder das alte Lied von der fehlenden Durchschlagskraft vorne; hinten reichte dann ein Fehler vom jungen Höhn, um am Ende, trotz insgesamt respektablen Auftretens, mit leeren Händen dazustehen.“

Der Abstieg unterbrach die Spiele gegen Werder für ein Jahr. Der SC kam zurück und stürmte im Oktober 2016 das Bremer Weserstadion. Philipp (29.) und Grifo (39.) stellten die Weichen schon vor der Pause auf Auswärtssieg. Nach Garcias Anschlusstor (67.) machte Abrashi mit seinem Treffer in der 75. Minute alles klar.

Angstgegner Werder Bremen – das ist Fußballhistorie. Unter der Leitung von Christian Streich gelangen dem SC drei Siege und drei Unentschieden bei zwei Niederlagen – da gibt es also eine positive Bilanz.

Mit der aktuellen Situation von Werder und den Schlussfolgerungen für unseren SC Freiburg beschäftige ich mich in dem Business-Newsletter, den der Sport-Club vor dem bevorstehenden Heimspiel an seine Sponsoren schicken wird. Hier der Wortlaut:

Die nun anstehende „Englische Woche“ mit den beiden Heimspielen gegen Werder Bremen und Mainz 05 und dem zwischenzeitlichen Auswärtsauftritt beim VfL Wolfsburg könnte bereits erste Entscheidungen bringen. Ein Sieg und zwei Remis – also fünf Zähler – würden das Punktekonto auf 40 erhöhen und praktisch den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten.  Zwei Siege aus den drei Spielen würden die Teilnahme am europäischen Wettbewerb immer wahrscheinlicher machen. So weit die optimistischen Perspektiven. Im „Worst Case“, drei Niederlagen am Stück, müsste man genau hinschauen, auf wie viele Punkte der Vorsprung auf den Relegationsplatz dann zusammengeschmolzen wäre. Es gibt allerdings wenig Hinweise auf einen bevorstehenden Leistungseinbruch des SC, der zu einer solchen Niederlagenserie führen könnte. Und doch sind die drei Kicks in der „Englischen Woche“ durchaus heikel: Im Heimspiel gegen Bremen etwa trifft der SC auf die Mannschaft der Stunde. Über Monate als Abstiegskandidat gehandelt, hat Werder eine Tendenzwende herbeigeführt. Seit Mitte Februar läuft es bei den Hanseaten: Auswärts konnten in Mainz (0:2) und Wolfsburg (1:2) Siege gefeiert werden. In Leverkusen spielte Werder – wie vor Monaten auch der SC – 1:1 unentschieden. Zu Hause ließ Bremen beim 2:0 gegen Darmstadt und beim überraschend klaren 3:0 gegen Leipzig nichts anbrennen. Mit Euphorie und Rückenwind kommt der SV Werder Bremen am Samstag nach Freiburg.  Da müssen unsere Jungs tatsächlich eine harte Nuss knacken, um die Bremer Erfolgsserie aufzuhalten und selbst dem Saisonziel Klassenerhalt ein Stück näher zu kommen. Ich bin überzeugt davon, dass der SC Freiburg die Qualität hat, das Spiel gegen die „Mannschaft der Stunde“ zu „wuppen“, den Abstiegskampf der Liga auf diese Weise noch etwas spannender zu gestalten und sich selbst demselben (fast) gänzlich  zu entziehen. Ich gebe aber zu bedenken, dass in der aktuellen Situation speziell für den SC mit seinen stolzen 35 Zählern auf dem Konto nicht nur Siege zählen. Jeder Punkt ist jetzt wichtig, bringt Sicherheit und unseren Sport-Club seinem Saisonziel näher. Ich drücke ganz fest die Daumen und bin nur glücklich, dass ich – nach meinem ersten Ausfall als Reporter an der Seite des SC   in mehr als 23 Jahren (vor dem 1:1 gegen Hoffenheim  kam ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt dazwischen) – am Samstag wieder im Schwarzwald-Stadion und in der baden.fm-Bundesligashow am Mikrofon bin.  Ich freue mich darauf! (Zitatende)

 

So weit meine ausführlichen Vorüberlegungen und Erinnerungen an vergangene Fußball-Schlachten anlässlich des Heimspiels gegen Bremen am 26. Spieltag der Bundesliga.

Meine eigene Spielvorbereitung besteht noch immer in Kraft tanken, Stimme schonen und solchen eher unspektakulären Dingen.  Die gute Nachricht: Es geht voran!

Auch die Planungen für die nächsten Auswärtsreisen sind bereits abgeschlossen: Wolfsburg bereise ich mit dem baden.fm-Hyundai. Da Bielefeld auf der Strecke liegt, kann ich die lange Fahrt für einen Kurzbesuch zum Mittagessen bei meiner Mutter unterbrechen. Dann geht’s weiter nach Hannover, Hotelzimmer beziehen und dann nach Wolfsburg zwecks Spielübertragung. Die Kollegen von BZ und Bild fahren dann nach dem Spiel mit mir nach Hannover. Wir wohnen dort alle im selben Hotel.

Leipzig ist heikler – so furchtbar weit und dazu noch der Spieltermin am Ostersamstag… Nach einigem Suchen bin ich auf zeitlich wie preislich günstige Flüge von/bis Zürich gestoßen. So wird es von Karfreitag bis Ostersonntag einen Familienausflug der Rischmüllers aus Bad Krozingen zu den lieben Verwandten nach Zürich (Mein langjährigster Freund Thomas hat ja meine Schwägerin geheiratet und lebt mit ihr und Töchterchen bei Zürich) geben, den ich dann alleine zwischen Samstagvormittag und Sonntagvormittag durch meinen schnellen Trip mit der Fluggesellschaft „Swiss“ nach Leipzig unterbreche.

Aber vor der Brust steht jetzt erstmal Werder Bremen… Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.

 

Ich übertrage das Bundesligaspiel SC Freiburg gegen Werder Bremen am Samstag, 1. April, ab 15 Uhr in der baden.fm-Bundesligashow.

 

Das Fußballspiel (Mein 861. SC-Livespiel)

 

Das war schwere Kost… Am Ende unterlag der Sport-Club dem SV Werder Bremen deutlich und verdient mit 2:5. Bevor ich in den Spielverlauf einsteige muss – losgelöst von der schwachen Tagesform des SC - deutlich gesagt werden, dass sich der Gast von der Weser momentan offenbar in einer Saisonphase befindet, in der ihm alles gelingt.  Es gibt solche Spiele, da gelingt der einen Mannschaft wenig bis nichts und der anderen gelingen Wunderdinge aus dem Nichts heraus. So ein Spiel war SC gegen Werder…

Anfangs sah das ganz anders aus. In den ersten 20 Minuten war der Sport-Club den Bremern so ziemlich in allen Belangen überlegen, mehrfach lobte ich live in der  baden.fm-Bundesligashow den „sehr ordentlichen Auftritt“ der Platzherren. Deutlich mehr Ballbesitz, besser und erfolgreicher in den Zweikämpfen, mehr Torabschlüsse als Werder – alles war gut. Doch das  war ein trügerischer Eindruck. Der SC verpasste es nämlich, seine Überlegenheit in Toren Ausdruck zu verleihen. Hätte Grifos Freistoß aus 22 Metern in der zehnten Minute nicht in Werder-Keeper Wiedwald seinen Meister gefunden oder wäre der Distanzschuss von Frantz wenig später nicht am Tor vorbeigegangen – wer weiß, wie sich das Spiel weiter entwickelt hätte. Es kam aber anders und zwar überhaupt nicht nach dem Geschmack der SC-Fans unter den 24.500 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion. In der 21. Minute klärten die beiden als Innenverteidiger aufgebotenen Gulde und Kempf einen Ball im Anschluss an einen verpufften Bremer Angriff nicht klar, sondern „dölmerten“ die Kugel irgendwie zum früheren Freiburger Max Kruse, der etwa 25 Meter weit vom Tor in halblinker Position stand und – nur halbherzig angegriffen – einfach mal draufhielt. Der Spannschuss des einstigen Freiburger Top-Talents flog humorlos und wie an einer Schnur gezogen in den Winkel. Bis dahin war von Werder Bremen nichts zu sehen gewesen und plötzlich führten die Gäste alleine durch Freiburger Schlafmützigkeit und die individuelle Klasse von Max Kruse mit 0:1.

Das Problem: Der Schock saß nicht nur beim bis dahin fröhlich  feiernden Publikum in Mark und Bein, sondern auch bei der Mannschaft, die zwar weiterhin eine positive Zweikampfbilanz hinbekam und so manche Bälle erkämpfte, bei Ballbesitz aber scheinbar zitternde Knie bekam, Fehlpässe spielte und null Torgefahr heraufbeschwor. Meine Hoffnung am Mikrofon war die, dass es mit dem 0:1 in die Pause ging und das Trainerteam dann mit neuen Direktiven und ein, zwei neuen Spielern für eine bessere und vor allem erfolgreichere zweite Halbzeit würden sorgen können. Es kam die Nachspielzeit der ersten Halbzeit und ein haarsträubender Fehler von „Iggi“ Ignjovski auf seiner rechten Abwehrseite. Der für Bauer eingewechselte Garcia hatte alle Zeit der Welt, einen scharfen Flachpass in die Mitte zu spielen, wo Fin Bartels das Leder geschickt durchlaufen ließ und so der dänische Neuzugang des SV Werder, Thomas Delaney, unmittelbar vor der Pause zum 0:2 abschließen konnte.

Kurz vor Wiederbeginn zeichnete sich Ungewöhnliches ab: Christian Streich wechselte gleich drei neue Spieler ein: Schuster, um mit dem Kapitän auf der  zentralen Abwehrposition mit einer Dreierkette agieren zu können, Kübler für den unglücklich agierenden Ignjovski und Petersen für den blass gebliebenen Niederlechner. Das war mal ein Signal und ich hegte Hoffnung, dass die Jungs das tatsächlich noch „wuppen“, trotz des 0:2-Rückstands. Die Körpersprache versprach Entschlossenheit… etwa zweieinhalb Minuten lang. Eine feine Flanke von Kruse wurde von der Freiburger Innenverteidigung verpasst, nur Delaney hielt seinen Schädel hin und  lupfte den Ball mit dem Kopf über Schwolow hinweg ins lange Eck. 0:3 für Werder. Erinnerungen an die beiden 0:6-Schlappen aus längst vergangener Zeit (siehe oben) wurden bei mir wach. Ein solches Debakel verhinderte der SC, weil er nun auch selber traf: Nils Petersen trat zum Elfmeter an, nachdem Philipp fern des Balles im Strafraum zu Boden gerammt worden war. Zwar scheiterte Petersen zunächst an Wiedwald, konnte den Abpraller dann aber zum 1:3-Anschlusstreffer verwerten. Und wieder war da diese Entschlossenheit in der Körpersprache und leise Hoffnung keimte auf – bei mir, dem Reporter, bei den Fans und vermutlich auch bei den Spielern. Werder Bremen blieb cool, verzichtete weiterhin weitestgehend auf Ballbesitz und wartete geduldig auf die Fehler des SC. Und die blieben einfach zu zahlreich, auch wenn die Szenen vor dem nun folgenden 1:4 meine Eingangssätze  von einer Mannschaft, der nichts und einer anderen, der alles gelingt, dokumentieren. Freiburg hatte Ballbesitz in der Nähe des Bremer Strafraums. Plötzlich ein Zusammenprall des ballführenden Grifo … mit … dem … Schiedsrichter. Wolfgang Stark, laut Regelwerk bekanntlich „Luft“, rammte den Freiburger ungewollt um. Der Ball kam zu Werder, war in nullkommanichts am SC-Strafraum und es folgte ein Schuss, der klar neben das Tor zu gehen versprach. Im Strafraum traf Bartels die Kugel aber noch via Hackentrick und lenkte den Ball ins lange Eck. Es war zum Heulen und als ob sich alle Fußballgötter gegen Freiburg verbündet hätten. Und doch gab es noch einmal Jubel in rot-weiß, denn eine knappe Viertelstunde vor Schluss konnte Grifo durch einen sehenswerten Distanzschuss noch einmal verkürzen. Zwei Tore Rückstand – die hatte der SC schon mal im Pokalviertelfinale in Mainz in der 86. Minute und hatte dann doch noch ausgleichen und das Spiel am Ende für sich entscheiden können, schoss es mir durch den Kopf. Man hat ja schon Pferde vor der Apotheke… Sie kennen das ja. So etwas mag funktionieren, aber nicht gegen Werder bzw. gegen eine Mannschaft, die einen solchen Lauf hat, das ihr alles locker und leicht von der Hand und vom Fuß zu gehen scheint. In der 86. Minute stellte sich der an diesem Tag mehr als unglücklich agierende Kempf bei einem Zweikampf an der seitlichen Strafraumgrenze etwas unglücklich an und brachte Delaney zu Fall. Zum Glück kein Elfmeter, dachte ich noch, weil der Schiri auf Freistoß entschied. Doch auch das reichte: Der eingewechselte Kainz flankte, Delaney köpfte und machte seinen dritten Treffer. Innenverteidigung und Torwart Schwolow sahen nicht gut aus in dieser Szene. 2:5, Schluss, Ende, aus. „Die schwächste Saisonleistung“ sollte Christian Streich  später enttäuscht resümieren.

 

 

Nach-(dem)-Spiel ist Vor-(dem)-Spiel

 

Englische Woche ist heftig, erst recht nach so einem Tiefschlag. Wenn ich in die sozialen Netzwerke schaue, beobachte ich bei Teilen der Fans eine gewisse Hysterie. Von Abstiegskampf ist die Rede, von der drohenden Relegation. Die – wie ich finde – unangebrachte oder zumindest verfrühte Panikmache habe ich unter anderem auch in meiner Zeitungskolumne „SC INTEAM“ zum Thema gemacht, die am Mittwoch in den meisten WZO-Wochenzeitungen erscheinen wird. Hier der Wortlaut:

SC INTEAM

Mit der schwächsten Saisonleistung gegen den SV  Werder, dem momentan alles zu gelingen scheint, kassierte der SC  eine klare Niederlage. Da Bremen die drei Punkte mitnahm und zeitgleich der Hamburger SV gegen Köln gewann, wurden der Sport-Club und seine Fans schmerzhaft daran erinnert, dass der Klassenerhalt trotz der 35 Punkte auf dem Konto, noch nicht gesichert ist. So manches Fan-Statement in den sozialen Netzwerken wird seither von einer gewissen Hysterie geprägt. Das Schreckgespenst Relegation wird an die Wand gezeichnet. Auch bei den Spielern? Vincenzo Grifo meinte auf die Frage nach dem Nervenkostüm der Mannschaft: „Das wird sich diese Woche zeigen. Ich bin mal gespannt.“ Grund zur Panik gibt es eigentlich nicht. Noch immer trennen den SC nur zwei Zähler von einem Rang, der den internationalen Wettbewerb mit sich bringt und nach wie vor stehen acht Konkurrenten hinter Freiburg, die alle den Relegationsplatz vermeiden wollen und acht Spieltage vor Saisonende weniger Punkte auf dem Konto haben als der SC. Einige dieser Teams, Hamburg, Bremen und Wolfsburg, haben jüngst zurück auf den Erfolgsweg gefunden. Andere, wie  Schalke,  Mönchengladbach und Leverkusen, kann sich niemand ernsthaft in der Relegation vorstellen. Es gibt aber auch noch Augsburg und Mainz, die aktuell mit 29 Zählern auf den Plätzen 15 und 16 verharren und zuletzt eben keine guten Ergebnisse mehr sammeln konnten.  Mainz ist nächster Heimspielgegner des SC – da besteht eine reelle Chance auf „big points“ im Kampf um den vorzeitigen Klassenerhalt. Heute Abend in Wolfsburg gibt es diese Möglichkeit potenziell auch, doch dürfte angesichts des Leistungsaufschwungs der VW-Kicker unter ihrem neuen Trainer Andries Jonker und der „Wunderwaffe“ Gomez in vorderster Spitze schon ein Punktgewinn als Erfolg für Freiburg betrachtet werden. Der SC ist nach dem schwachen Spiel und der Schlappe gegen Bremen zweifellos angeschlagen. So wie vor ein paar Wochen nach dem 0:3 gegen Dortmund. Damals war die Antwort übrigens ein 2:1-Auswärtssieg in Frankfurt. Nicht immer aber meistens ließ der SC in dieser Saison auf Niederlagen starke Leistungen und Erfolgserlebnisse folgen. Motto: Keine Panik! (Zitatende)

Und damit sollte man diesen unseligen Kick gegen Bremen auch gedanklich auf die Seite schieben, abhaken, vergessen und den Blick auf die Zukunft richten. Die ganz nahe Zukunft ist das Auswärtsspiel in Wolfsburg. Das wird auch für mich ein mächtiger Ritt am Mittwoch. Ich habe mich ja, um meine verwitwete Mutter in Bielefeld zumindest für zwei Stündchen zu besuchen und gemeinsam zu Mittag zu essen, entschlossen, das Auswärtsspiel mit dem Auto abzufeiern. Als ich gestern im Fitnessstudio und vor allem heute im Verlag in ein, zwei etwas stressigen Momenten gespürt habe, dass ich nach meiner „akuten Pankreatitis“ und dem damit verbundenen Krankenhausaufenthalt neulich kräftemäßig noch nicht wieder bei hundert Prozent bin, habe ich schon ein wenig angefangen zu zweifeln ob es eine gute Entscheidung ist, mir die weite Strecke im PKW aufzubürden – andererseits fahre ich eigentlich ganz gerne Auto, kann zum Beispiel den neuesten Krimi als Hörbuch verschlingen und wenn ich um sieben Uhr in der Frühe losfahre, müsste alles ganz entspannt zu machen sein. Zwischen 12 und 13 Uhr würde ich in Bielefeld ankommen, wo auch meine Schwester aus Mexico gerade zu Besuch ist. Nach ein, zwei Stündchen mit familiärem Hintergrund, also so gegen 14.30 Uhr will ich dann weiter nach Hannover fahren, wo ich in meinem Stammhotel „Königshof am Fernsehturm“ ein Zimmer reserviert habe. Um 16 Uhr sollte ich entspannt dort ankommen. Um 17 Uhr geht es dann weiter, noch einmal eine gute Stunde bis Wolfsburg.

 

In der Volkswagen-Arena hoffe ich dann auf eine bessere Leistung als zuletzt gegen Bremen und vielleicht auf ein Bonuspünktchen. Natürlich ist Wolfsburg klarer Favorit… Da muss man Realist sein. Ein Punkt wäre aber für Freiburg ein goldener… (Fortsetzung im Wolfsburg-Tagebuch)