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13.02.2018 18:09 Alter: 305 days

22. Spieltag der Fußball-Bundesliga, Hannover 96 gegen SC Freiburg

Samstag, 10. Februar 2018, 15.30 Uhr HDI-Arena, Hannover Hannover 96 - SC Freiburg


 

Das Vorspiel

 

Wie 14 Tage zuvor fuhr ich am frühen Donnerstagabend schon los in Richtung des nächsten Auswärtsspiels unseres SC Freiburg. Bei Gießen bezog ich ein Zimmer in meinem Stammhotel und gönnte mir im Hotelrestaurant ein leckeres Abendessen.

Als schlechtes Omen werte ich die fast schon schlaflose Nacht, die ich danach verbrachte. Das lag, wie die investigativen Recherchen einer freundlichen Hotelangestellten am nächsten Morgen ergaben, an der Schiebetür eines großen Wäscheschranks, der im Hotelflur an der Wand zu meinem Zimmer stand. Jedes Mal, wenn jemand die Eingangstür öffnete, klapperten die Türen gegeneinander und rissen mich aus dem gerade begonnenen Halbschlaf. Ein schreiendes Baby im Nachbarzimmer kam noch hinzu.

Das Baby – geschenkt, als Vater ist man da verständnisvoll und großzügig. Der Schrank war ärgerlich aber ich sei der erste Gast, dem das Geklapper aufgefallen sei oder der sich darüber beschwere. Ich solle doch beim nächsten Mal auf ein Zimmer im hinteren Bereich bestehen, die seien ruhiger. Ich werde es mir merken. Trotzdem war ich gerädert. Das gute Frühstück und  die investigativen Recherchen der Hotelangestellten – ich hatte ja vermutet, meine Zimmertür habe geklappert, was sie für unwahrscheinlich hielt – haben mich ein wenig entschädigt. Nach dem Frühstück orderte ich noch schnell eine Krimi-Hörbuch bei „audible“, schaltete die Story aus Südfrankreich, meiner einstigen zweiten Heimat, ein und rollte Richtung Bielefeld. Der Rest des Tages gehörte der Familie, sprich meiner Mutter und meiner erwachsenen Tochter Caroline, die mit ihrem Partner aus Frankfurt anreiste, um die Oma mal zu besuchen.

Samstagmorgen nach dem Frühstück im Familienkreis ging es dann auf die kurze Wegstrecke nach Hannover. Ich war gegen 12 Uhr in der „Expostadt“ und bezog schon mal mein Zimmer im Hotel „Königshof am Fernsehturm“, meinem Stammhaus in Hannover. Danach ging es zum Stadion und der sportliche Teil der Reise begann.

 

Das Fußballspiel

(Mein 896. SC-Livespiel)

Es war ein intensives, fußballerisch aber eher schwaches Spiel zwischen zwei Mannschaften, die sich nicht viel nahmen. 96 war in der ersten Halbzeit besser und führte zur Pause, durch einen Treffer von Waldemar Anton (28.), nicht ganz unverdient mit 1:0. Ärgerlich, dass Tim Kleindienst und im Nachschuss Lukas Höler, fünf Minuten vor der Hannoveraner Führung, eine sogenannte Hundertprozentige für den SC nicht nutzen konnten.  Mit zunehmender Spielzeit der zweiten Hälfte dominierte der SC die Partie immer deutlicher. Mitten in die größte Dranperiode hinein traf dann, nach einem Konter, ausgerechnet der ex-Freiburger Felix Klaus zum 2:0.

Gut war, dass der SC nie aufsteckte und 96 weiter in der eigenen Hälfte festnagelte. Schlecht war, dass kaum veritable Torchancen dabei heraussprangen. Fehlpässe machten so manchen guten Ansatz zunichte und vor dem Tor lief es an diesem Samstag auch bei Nils Petersen nicht.  In der 88. Minute schaffte dann Manuel Gulde im Nachschuss aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer – ein Viertelstündchen zu spät, um Hannover noch ernsthaft zu gefährden und das Spiel eventuell zu drehen. Am Ende hatte der SC gegen einen schlagbaren Gegner mit 2:1 verloren.

 

Das Nachspiel:

Christian Streich wirkte in der Pressekonferenz richtig angefressen. Das Ergebnis war ein Schlag in die Magengrube, die Leistung war – nicht vom Willen und vom Engagement her – aber unter fußballerischen Aspekten schlicht zu „dünn“.

Als ich meine Interviews im Kasten hatte, lief ich zum Auto. Hier merkte ich, dass ich mein Aufladekabel fürs iPhone auf der Pressetribüne vergessen hatte und ärgerte mich maßlos – sind doch in Hannover einige Treppenstufen zu steigen, um an meinen jeweiligen Reporterplatz zu kommen. Der ist dort immer in der obersten Reihe. Zehn Minuten später hatte ich noch einmal etwas für die Figur getan und fuhr zum Hotel. Apropos iPhone, das und diese besondere App, die ich an anderer Stelle schon einmal beschrieben habe, hatten in Hannover für eine technisch einwandfreie Übertragung gesorgt.

Um 19 Uhr war ich beim Edel-Italiener, der im selben Gebäude untergebracht ist wie mein Hotel, eine Verabredung. Ich traf mich mit Dietrich Mohaupt, Studioleiter des Deutschlandfunks in Niedersachsens Hauptstadt, vor knapp 30 Jahren aber Verantwortlicher für den Sport bei Radio Bielefeld und dadurch mein erster Vorgesetzter im Radio-Business. Wir halten immer noch Kontakt und tauschten bei einem sehr feinen Essen die neusten Gerüchte aus der Szene aus. Kann sein, dass der Werder-Fan zum nächsten Heimspiel des SC anreist. Donnerstag gibt er Bescheid.

Am nächsten Morgen brach ich früh auf, trank mein Käffchen „to go“ von der Tanke im Auto, schaltete meinen Hör-Krimi aus Südfrankreich ein und düste in sechs Stunden heim nach Bad Krozingen. Um 14 Uhr war ich zu Hause – der Rest des Sonntags war Erholung auf dem Sofa…