Meine Leidenschaften (in alphabetischer Reihenfolge)

DSC Arminia Bielefeld

Mit 10 Jahren, Anfang der 70er nahm ich erstmals Notiz von Arminia Bielefeld. Der Verein stieg gerade erstmals von der Regionalliga West in die Bundesliga auf.
Der legendäre Bundesligaskandal, der vor allem durch seitens der Arminia manipulierte Spiele geprägt war, ließ mich relativ kalt. Mit 12 wurde ich sogar richtiger Fan: Trikot, Hose, Mütze, alles in den Vereinsfarben. Dazu eine riesige Fahne und ein Fan-Schal – ist ja klar. Die wurden damals noch von der Oma oder der Mutter oder anderen netten Damen gestrickt.  Ich war ein sehr engagierter Fan; litt bei Niederlagen und erlebte Siege als persönliche Erfolgserlebnisse. Als ich so 14, 15 Jahre alt war habe ich in einer Saison in der 2. Liga Nord mal kein einziges Spiel verpasst. Wenn Arminia spielte, war ich dabei. Meistens in einem Fan-Bus, der damals schon zu allen Spielen rollte. Zusammen mit meinem Kumpel "Wölfi" war ich immer mitten im Geschehen, aber: Wir haben, trotz des Umfeldes nie Alkohol getrunken, Stunk gesucht oder primitiv herumkrakelt. Wir wollten einfach nur unsere Mannschaft unterstützen. Mein "hefitigstes" Fan-Erlebnis außerhalb eines Stadions war zu jener Zeit einmal die Teilnahme an einer Sieges-Polonaise durch die Küche des Autobahnrestaurants Ryhnern-Süd. Auch wenn uns einige andere Gäste betrachteten wie den letzten Abschaum, war das doch eigentlich nett, gewaltfrei und ohne Schaden anzurichten.  Im Grunde stand für mich aber immer der Fußball im Mittelpunkt und nicht die Nebenschauplätze, die gerade heutzutage, wohl wegen der überall im Bundesligabetrieb präsenten TV-Kameras, eine so große Rolle spielen. Als junger Fan war ich ein Kuttenträger, wie man heute wohl sagen würde. Später, so ab 17, ging ich dann nur noch in zivil, allenfalls noch mit einem Schal in die Stadien.
Während meines Studiums in Montpellier (1982/83) reiste ich einmal 1.500 km, um das Derby bei Borussia Dortmund zu verfolgen. Arminia verlor 11:1 – ein legendäres Spiel. Ich habe es meinem Verein aber - wie so vieles - verziehen.
Ende der 80er, Anfang der 90er bekam ich beruflich mit Arminia zu tun. Ich übernahm mit meiner eigens dafür gegründeten Presseagentur die Vereinszeitung „almpost“ und übertrug ab 1991 für knapp drei Jahre sämtliche Meisterschaftsspiele der Arminia (leider nur 3. Liga) im Lokalradio. Ich galt damals als „die Stimme von der Alm“.
Noch heute habe ich die Mitgliedsnummer 007 beim DSC und fiebere mit Arminia, wenn es nicht ausgerechnet gegen meine andere Fußball-Leidenschaft geht…

SC Freiburg

Im Zuge meiner Vertragsverhandlungen mit Radio Freiburg FR 1 und im Rahmen der Vorbereitungen für meinen Umzug von Bielefeld nach Freiburg sah ich 1993 die SC-Siege gegen Stuttgart (2:1) und gegen Bayern (3:1) live im damaligen Dreisamstadion. Und ich erlebte die Stimmung und die freundliche Gesinnung gegenüber den Gastmannschaften. Sofort war ich den Reizen von „Fußball Freiburg“ erlegen und glücklich über meinen Job als neuer Sportchef von Radio FR 1.
Seit dem 1:1 in Hamburg im Februar 1994 bis heute habe ich sämtliche Pflichtspiele des SC für Radio FR 1, inzwischen mehrfach umbenannt und zurzeit unter "baden.fm" firmierend, übertragen. Bis auf das UEFA-Cup-Spiel an diesem unglückselingen 11. September 2001 in Puchov (Slovakei). Wegen des grässlichen Terroranschlags in New York mit vielen tausend Toten, wurde die Übertragung kurzfristig abgesagt. Vor Ort in Puchov, am Fuße der weißemn Kapaten, war ich aber selbstredend.

Ich schätze den besonderen Weg, den der SC Freiburg seit etwa einem viertel Jahrhundert über eingeschlagen hat. Die Betonung des fußballerischen Elements, die Kontinuität im Verein und den klaren Kopf der Verantwortlichen, wenn es mal nicht so gut lief. Dass sogar der geräuschvolle und von den Abläufen und der "Begleitmusik" her nicht gerade stilvolle Wechsel in der sportlichen Leitung dem Verein scheinbar keine bleibenden Schäden eingebracht hat, hätte ich so nicht erwartet. Das hatte ich damals anders befürchtet und stehe heute zu meiner damaligen Fehleinschätzung, die ich seiner Zeit medial sehr offensiv vertreten habe.

Ich bedauere heute die veränderte Stimmung im Stadion, vor allem gegenüber den gegnerischen Mannschaften. Einen Gegner fair und mit Applaus zu begrüßen, das hat mich damals stolz auf das etwas intelligentere Fußballpublikum in Freiburg gemacht. Inzwischen werden die Gegner hier genauso dumpf niedergemacht wie andernorts. Schade.

Aber ich hänge am SC Freiburg. Und wenn Rot gegen Blau spielt – der SC gegen Arminia – dann bin ich ein Roter. So war es bei allen Spielen festgestellt.
Als Reporter und Berichterstatter halte ich mich in der Beurteilung für neutral und in der Emotion für gnadenlos parteiisch. So definiere ich meine Aufgabe in einem Regionalradio. Der Erfolg in mehr als 25 Jahren Radioberichterstattung über Arminia Bielefeld und den SC Freiburg gibt mir Recht. 

Yoani,  Ben und Amelie

Die Dominikanerin Yoani habe ich im Frühjahr 2006 über ein Partnerschaftsportal im  Internet kennen gelernt. Sechs Wochen mailten und telefonierten wir täglich, bis ich sie im Mai in ihrer karibischen Heimat besuchte. Wir wussten von Anfang an, dass wir zusammengehörten.   Wir verstanden uns einfach blind. Nach vielen Besuchen und Gegenbesuchen haben wir im September 2008 in Bad Krozingen, unserer neuen gemeinsamen Heimat, geheiratet. Wenig später kam  Ben auf die Welt, ein kleiner Bruder für meine bereits erwachsenen Kinder Jérôme und Caroline. Im Sommer 2012 folgte Amelie und machte unser Glück perfekt. Ich bin sehr dankbar dafür, dieses zweite Glück erleben zu dürfen.